Zum Schnitterfest/ Lughnasad (gesprochen Luu-na-sah)/ Lammas findet man unterschiedliche Zeitangaben. Wie ich allerdings bereits in meiner Einleitung zu den alten Festen geschrieben habe, wurden zumindest die vier nicht astronomischen Feste sicherlich nicht an starren Terminen gefeiert, sondern eher nach dem Vollmond, der dem Termin am nächsten stand.

Lughnasad ist das bäuerliche Fest des ersten Kornschnittes, deshalb auch Schnitterfest oder auch das Fest des ersten Brotes. Diese Brote mit dem frisch gemahlen Korn werden auch Gebildebrote genannt, da sie eine bestimmte Form haben (Sonne, Spirale o.ä.). Der Kornkönig/ Lichtgott Lugh wird damit geehrt, da er mit seinem Tod die Menschen ernährt.

Es ist der Beginn der Erntezeit. Aber noch ist nicht alles reif und so wird auch an diesem alten Fest wieder um gutes Wetter, Schutz und Segen für die noch ausstehende Ernte gebeten. Die Feuer werden wieder entzündet und Wettersegenspflanzen verräuchert. Der Großteil der Ernte ist noch nicht beendet und findet bis September statt, deshalb sorgen wir dafür, dass alles in Ruhe weiter reifen kann.
Es werden auch wunderschöne Kränze aus Ähren und Sommerblüten gebunden, um das Haus zu schmücken und somit die Dankbarkeit für die Schönheit und Fülle zu zeigen.
Wir beginnen Vorräte anzulegen, um für die kalte, dunkle Jahreszeit vorbereitet zu sein. Es ist eine Zeit der Betriebsamkeit, da alles rechtzeitig unter Dach und Fach gebracht werden muss, um das Überleben zu sichern.

Lughnasad soll uns aber auch an den Tod erinnern: Was gereift ist, muss nun sterben, damit wir ernährt werden. Der ewige Kreislauf von Leben und Tod. Deshalb sollten wir dies ehren und wertschätzen.
Mancherorts werden auch Puppen oder andere Symbole aus Getreide gebunden, um sie an bestimmten Stellen abzulegen (Altar, Ritualplatz etc.). Es wird auch ein Teil der Nahrung als Opfer abgelegt und/ oder bei der Ernte wird als Opfergabe ein Teil stehen/ hängen gelassen. Unser ganzer Dank gilt der Natur, die uns ihre Früchte schenkt und uns damit ernährt. Wir sollten aber auch die vielen Lebewesen nicht vergessen, die wegen der Ernte ihr Leben lassen müssen. Auch diesen sollte unser Dank gelten!

Das christliche Mariä Himmelfahrt (die Kräuter-/ Wurzelweihe) ist am 15. August. Vermutlich wurde es mit dem alten Brauchtum verknüpft. (Am 15. August wurde auch der Geburtstag der Isis gefeiert, der großen Mutter und Königin des Himmels.)
Maria soll den Menschen zahlreiche Kräuter geschenkt haben. Auch zu dieser Zeit erntet man noch verschiedene Kräuter und bindet sie zu Kräuterbuschen. (Siehe hier auch das vorangegangene Fest Johanni/ Litha - die Sommersonnwend.) In der Messe werden diese Buschen dann geweiht.

Räucherpflanzen: Alant, Dost, Eberraute, Mariengras, Muskatellersalbei, Rose, Wermut. Spezielle Wetterpflanzen sind Beifuß, Johanniskraut, Rainfarn, Königskerze (Wetterkerze).
Ergänzend von Roswitha Stark
Pflanzen, die sich zum Schmücken, Räuchern und Wertschätzen an Lughnasad eignen: Engelwurz, Früchte und Beeren, Apfel­zweige.

Persönliche Fragen: Muss meine Frucht geschützt werden? Wie kann ich sie schützen und wie kann ich sie stärken? Was möchte ich ernten? Was muss sterben, damit Neues entstehen kann?